Porsche Targa 4 S

Der Schönste seiner Art

Ja, das Leben ist schön. vor der Tür steht der neue Porsche Targa. Ein Auto, das unvergleichlich ist. Edel, formschön, kraftvoll. Und  so muss es sein, in diesen zauberhaften, bunten Herbsttagen in der oberbayerischen Voralpenlandschaft. Ein Land der weichen, welligen Berge in dem es jetzt nach frisch gemähtem Gras riecht, in dem der warme Fön die Berge fast zum greifen nah in die Landschaft stellt. Es ist ein besonderes Erlebnis,  in dieser farbenprächtigen Gegend ein Auto zu fahren, das einzig in seiner Art ist. Es geht um den neuen Porsche 911 Targa, ein edles Stück Design, das Cabrio und  Coupé in sich zu einem Sportwagen der Sonderklasse vereint.

 

1967 war die erste Markteinführung des Porsche Targa, jetzt bieten die Zuffenhausener zwei Modellvarianten an „und bei beiden“, so August Achleitner, Leiter der 911er Baureihe, „verbindet sich der Charme des Urmodells mit dem Komfort des heutigen. Die heutigen, das ist der Targa 4s mit 400 PS (124 094 Euro) und der „Normale“ mit 350 PS (109 338 Euro). Das sind Basispreise. Der etwas schwächer motorisierte Testwagen kam mit Extras locker auf 141 478 Euro. Wer Schönheit haben will muss leiden.

 

Design

Das satte Plopp beim Zuziehen der Wagentür, ist bei Porsche  Markenzeichen. Der 4,50 Meter lange Targa (vorne unter der Schnauze ist ein 160 Liter ! großer Kofferraum) empfängt  mit tiefen, komfortablen Ledersportsitzen, die sich elektrisch 18fach verstellen lassen (6652,60 Euro ) und einer Verarbeitungsqualität, die den Unterschied zwischen einem Porsche und dem Rest der PS-Welt deutlich macht. Feinstes Leder, Ziernähte die in ihrer Akkuratesse mehr als State of the Art darstellen, typische Porsche Rundinstrumente –fünf an der Zahl – informieren über das Innenleben des Wagens und im Besonderen über das Herzstück des Targa, den 3,5 oder 3,8 Liter (beim 4S) 6-Zylinder Motor. Prägend bei der Instrumentierung ist der große Drehzahlmesser, der die Musik des Motors in nüchternen Zahlen darstellt

 

 

Motor

Unser Testwagen war mit dem 3,8 Liter 400 PS Benziner ausgerüstet. Der 6-Zylinder gekoppelt mit einem 7-Gang DSG-Getriebe und einem herlichen Sound ist einfach ein absolutes Sahneteil. Auch bei über 230 km/h schiebt der Motor, wenn man das Gaspedal noch mal richtig durchdrückt, kräftig an. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 294 km/h, aber wer will die schon auf öffentlichen Strassen und selbst bei einer ziemlich leeren Autobahn fahren?

Den Verbrauch gibt Porsche mit 9,2 Liter an, beim autopraxistest.de waren nach vielen Stadt-Land-AB- Touren 11,2 Liter auf der Uhr. Die Ursache für den relativ hohen Verbrauch liegt am Gewicht des Targa. Konstruktionsbedingt bringt der elegante Targa satte 1.575 kg auf die Waage.

 

Elektronik

Der Targa 4 S hat eigentlich schon alles an Bord, um das Reisen komfortabel zu genießen. Unter anderem ein umfangreiches Audiosytem, 7-Zoll Farb-Touchscreen, tolles Soundsystem fürs Radio, Bluetooth Telefon, Parkassistent hinten. Bi-Xenonscheinwerfer mit Leuchtweitenregelung sorgen für den Durchblick und ein Genuss den nur Porsche bietet ist natürlich das Cockpit mit seinen fünf  Rundinstrumenten. Weniger gelungen ist, dass sich über das Lenkrad weder Telefon, noch Tempomat oder das Radio steuern lässt. Das man für die Einstellung des Klimas, oder Annahme eines Telefongesprächs immer Bedienelemente in der Mittelkonsole bedienen muss, kann zumindest während der Fahrt sehr unangenehme Folgen haben

Wie fährt er sich?

Das offene Targa Vergnügen kann man genussvoll bis etwa 100 km/h genießen. Dann zieht der Wirbelwind den Passagieren den Hut vom Kopf und recht laut wird es auch. Also anhalten und 19 Sekunden warten bis die raffinierte Technik das gläserne Kuppeldach im Heck und das Softdach über der 2+2 Sitzgarnitur geschlossen hat. Dann aber herrscht selbst bei Höchstgeschwindigkeit eine ähnliche Ruhe wie im Porsche Coupé. Die Konstruktion, die den kleinen Targa Himmel für die Insassen öffnet, ist ein höchst kompliziertes technisches Wunderwerk. Auf Knopfdruck in der Mittelkonsole, klappt erst die gläserne Kuppel im Heck nach hinten ( notwendig ist ein mindestens 30 Zentimeter großer Abstand zum dahinter parkenden Auto/ Gegenstand), dann folgt das Softdach über das sich dann wieder die geschwungene Glaskuppel stülpt. Ein faszinierender Vorgang, der von den beobachtenden Bewohnern des kleinen bayerischen Dorfes mit Applaus gewürdigt wurde. Der gilt auch der ganz eigenen Tonalität des Porsche Targa, die sich als Erkennungsmusik schon von Weitem mit einem exklusiven Sound ankündigt. Und der Porsche Fahrer jubelt, wenn er die Musik per Kick Down zu einem Fortissimo steigern kann. Dann, wenn das Siebengang DSG-Getriebe beim Vortrieb Fahrer und Beifahrer tief in die  Sitze drückt, wenn der mit Allradantrieb bestückte Targa über den Asphalt schießt und das Fahrwerk Porsches Meisterstück wie auf Schienen in der Spur hält, wenn man mit hoher Geschwindigkeit durch die Kurven heizt und doch noch nicht das Limit des Autos erreicht hat -   dann versteht man die Leidenschaft die die Besitzer für ihren Porsche haben. Ja, das Leben kann sehr schön sein

Fazit

Der Targa hatte bei Porschefans schon immer eine Sonderstellung. Der neue Porsche mit seinen beiden Motorvarianten mit 350 und 400 PS wird, wie die Vorgängermodelle, schnell Kultstatus erreichen. Allein die massive Heckscheibe ist ein Kunstwerk der Glastechniker und ein Kunstwerk ist auch die Technik zur Öffnung des Targa-Himmels. Der Porsche Targa dürfte mit zu den schönsten Sportautos der Welt avancieren. Sicher aber dürfte er in seiner Fahrdynamik in seiner Praktikabilität und im Finish seiner Verarbeitung zur Weltspitze gehören

Text: H.G.Fischer

Überblick

Technische Daten
Motor 6-Zylinder Benziner
Leistung 400 PS bei 74001/min
Drehmoment 440 Nm
Getriebe 7-Gang DSG-Getriebe
L/B/H 4.49 Meter/1.85 Meter/1.29 Meter
Beschleunigung 4,6 Sek. 0 - 100 km/h
Höchstge-schwindigkeit 294 km/h
Kofferraum 125 Liter
Verbrauch
Tankinhalt 68 Liter
Verbrauch (getestet) 11,2
Verbrauch (lt. Hersteller) 9,2 Liter
CO2-Ausstoß 214 g/km
CO2-Ausstoß Effizienzklasse F
Preis
Preis Basismodell 124.094 Euro €
Preis Testwagen x €
Testbericht von:

Hans-Georg, Fischer

Im Team seit: 2014

Meyer, Lara

Im Team seit: 2017