der_ neue_ VW_ Polo

der neue VW Polo

Ich bin ein 90er Kind. Meine Jugend habe ich auf der Rückbank eines quietschgrünen Polo II und meine ersten Fahrstunden am Steuer eines Polo IV verbracht. Und neulich kam meine beste Freundin stolz mit ihrem ersten eigenen Auto um die Ecke - einem Polo III in dem knalligsten rot, das ich je gesehen habe.

Wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, war es also der Polo, der mich schon mein ganzes Leben lang begleitet hat. Gleichzeitig gehört er aber auch zu eben diesen Autos, über die man eigentlich nicht oft nachdenkt. Die gibt es eben. Das sind diese Vernunftsautos, die „B-Segmentler“ - und der Polo ist solide genug, um regelmäßig einen Vergleichstest nach dem anderen zu gewinnen.

Ein vernünftiger, erwachsener Kleinwagen eben? Falsch! Der Polo VI beweist eindrucksvoll, dass ihm die Attribute „vernünftig“ und „erwachsen“ einfach nicht mehr gerecht werden. Der Neue kann so viel mehr, als dass er als reine „Vernunftsentscheidung“ gelten sollte und bleibt dabei trotzdem seiner Linie treu. Und deshalb muss man ihn einfach lieben.

Der Polo Highline in Energetic Orange
das neue voll digitalisierte Cockpit mit Active Info Display über dem Lenkrad
Radarabstands Warner mit Notbremsfunktion
automatisches Einparken dank Parkassistent

For Ever Young

Design

...an Board

Im Cockpit des Polo VI geht Volkswagen mit digitalisierten Anzeigen- und Bedienkonzepten neue Wege. Gegen Aufpreis lassen sich Spielereien wie ein glasüberbautes Infotainmentsystem in der Topausstattung oder ein Active Info Display verbauen. Dieses bietet dem Fahrer auf 11,7cm Bildschirmdiagonale volldigitale Instrumente in einem neuem und individualisierbaren Look. Wer an dieser Stelle eher auf den Klassiker setzen möchte, erhält in der Serienausstattung gewohnt übersichtliche, analoge Instrumente. Echte Digital Natives geraten beim Anblick des neuen Cockpits jedoch ins Schwärmen: Smartphones lassen sich im Ablagefach induktiv laden und Car-Net Apps sorgen dafür, dass alle Insassen „always on“ sind. Das Schöne: Der Polo schafft trotzdem Raum für die Kommunikation untereinander (und nicht nur mit dem Smartphone). Denn über das neue Infotainmentsystem können alle Mitfahrer gemeinsame Musikplaylists erstellen.

 ...von Außen

Okay. Der kleine Polo ist ein bisschen größer geworden und das gefällt mir nicht. Ganze acht Zentimeter hat er in der Länge zugelegt – auf stolze 4,05m. Der Radstand wird auch breiter und der Dreitürer gehört endgültig der Vergangenheit an. Ab jetzt ist der Polo ausschließlich als Fünftürer erhältlich. Dafür gibt es aber auch ordentlich mehr Platz im Innenraum und ein deutlich größeres Kofferraumvolumen (mit einem Plus von 71 auf 351 Liter). Wirklich beschweren kann man sich also eigentlich nicht. Zudem ist der Polo zwar länger, aber nicht höher geworden – und wirkt jetzt sportlicher und dynamischer als sein Vorgänger. Auch an der Frontpartie hat sich einiges getan. Der neue Polo schaut ein bisschen grimmiger. Auf Autodeusch also „souveräner“ und „emotionaler“ – so oder so steht dem Polo sein neues „Gesicht“.

 ...von Innen

Komplett neu gestaltet wurde außerdem das Interieur. Dieses wurde radikal an der Digitalisierung der Instrumente ausgerichtet und wirkt übersichtlich, klar und trotzdem individualisierbarer denn je. Angeboten werden acht verschiedene Dashpads, zwei Innentrims und elf unterschiedliche Sitzbezüge. Angeboten wird der Polo schlussendlich in fünf Ausstattungslinien: „Trendline“, „Comfortline“, „Highline“ und die Sonderedition „Beats“ mit 300 Watt Soundsystem von Beats (jap, genau – DIE roten Kult-Kopfhörer aus den USA). Auf den GTI müssen wir leider noch ein bisschen warten, freuen uns aber umso mehr, wenn es endlich so weit ist.

Motor

 

...und fahrmäßig?

Polo-Fans können aus neun verschiedenen Motoren wählen und bald wird auch eine Erdgas-Version mit 1.0 Liter und 90 PS auf den Markt kommen. Sechs Benziner stehen zur Wahl. Vom 1,0 Liter Dreizylinder mit 65 PS bis zum GTI Polo mit 2.0 TSI Vierzylinder mit 200 PS, der im Anfang nächsten Jahres kommen soll. Zwei Diesel Aggregate mit 80 respektive 95 PS runden die Motorpalette ab. Unser Testwagen war mit dem 1.0 Liter TSI Dreizylinder mit 95 Ps bestückt. Der Verbrauch soll laut Hersteller bei 4,7 Liter kombiniert liegen. Wie üblich hatte der neue Polo beim Praxistest mehr auf der Uhr nämlich 6,2 Liter. 

 

Elektronik

In Sachen Fahrassistenzprogrammen hat der Polo einiges von seinen großen VW-Geschwistern abbekommen: Zur erweiterten Serienausstattung gehören dank MQB unter anderem Front Assist, Blind Spot Detection (wer sagt denn heute noch „toter Winkel“?) und Speedlimiter („Geschwindigkeitsbegrenzer“ war gestern).

In Sachen Fahrassistenzprogrammen hat der Polo einiges von seinen großen VW-Geschwistern abbekommen: Zur erweiterten Serienausstattung gehören dank MQB unter anderem Front Assist, Blind Spot Detection (wer sagt denn heute noch „toter Winkel“?) und Speedlimiter („Geschwindigkeitsbegrenzer“ war gestern).

Wie fährt er sich?

Unser Testwagen ist ein 1,6 TDI mit 95PS und 5-Gang Getriebe und fährt sich wie ein Großer. Drinnen fühlt man sich fast ein bisschen wie im Golf und im Fond haben zwei Erwachsene bequem Platz. Die Sitze sind angenehm und der Einstieg nicht zu tief. Der Kofferraum schluckt mindestens zwei große Koffer und die niedrige Ladekante macht das ein- und ausladen einfach. Der Polo VI ist gewohnt übersichtlich und punktet darüber hinaus gegen Aufpreis noch mit Fahrassistenten (wie zum Beispiel einer automatischen Einparkhilfe) oder einer Rückfahrkamera. Das macht ihn einerseits zum idealen Stadtauto, andererseits wirkt der (nicht mehr ganz so) Kleine auch für Langstrecken bestens gerüstet. Der Innenraum ist nämlich herrlich leise und die Rückbank so bequem, dass ich nach dem Probesitzen eigentlich nicht mehr aufstehen möchte (außer natürlich um mich wieder hinters Lenkrad zu setzen).

Das Cockpit im neuen Design ist übersichtlich und sehr intuitiv zu bedienen. Weil sich alles über Smartphone steuern lässt, kann ich während der Fahrt nicht nur über die volkswageneigene App, sondern auch über Apple Car Play auf mein Handy und dessen Inhalte zugreifen.

Auch Optisch macht der Testwagen einiges her: Er hat die Farbe „Energetic Orange Metallic“ und der Innenraum wirkt hochwertig. Nichts klappert und vor allem sieht es so aus, als würde der Wagen auch noch in ein paar Jahren so schön aussehen wie heute.

 

Und warum muss man den Polo jetzt lieben?

Der Polo VI bietet mehr, als wir in diesen Artikel packen könnten: Individualisierungsmöglichkeiten, Ausstattungsvarianten, Fahrassitenzprogramme und alles, was das Digital Native Herz begehrt. Er wurde rundum perfekt konzipiert von einem Team, das inspirierender nicht sein könnte.

Wenn man am Steuer eines Autos sitzt vergisst man schnell, wie viele Köpfe eigentlich hinter dessen Entwicklung stecken. Da gibt es zum Beispiel ein unglaublich kreatives Designteam, das sich mit viel Herzblut für die neuartige Farbe „Pale Copper“ eingesetzt hat. Wenn Ihr den leicht rosegoldenen Ton zum Verkaufsstart seht, werdet ihr auch sofort wissen, warum. Oder das mutige Interface-Design Team, das bei der Gestaltung der digitalen Instrumente zum ersten Mal ganz neue Wege gegangen ist.

In diesem Polo steckt – so kitschig sich das jetzt anhört – die Liebe vieler kluger, kreativer, lustiger und zukunftsorientierter Köpfe. Und das merkt man dem Polo VI auch sofort an.

Als wir nach Ende der Veranstaltung auf den leeren Straßen der Speicherstadt stehen, fährt plötzlich eine Testwagenkolonne vorbei. „Was mache ich denn jetzt ohne das Auto?“, höre ich den VW-Experten neben mir fragen. Mit der Sozialkompetenz eines Steins zucke ich die Achseln. „Da kommt doch wieder was.“, antworte ich, mit den Gedanken schon längst auf dem Kiez. „Das stimmt wahrscheinlich“, sagt er und sieht den Rücklichtern nach, „aber der ist schon einzigartig.“

Ich muss schmunzeln. Männer! Und da soll noch mal einer sagen, wir Frauen wären emotional. Aber er hat ja Recht. Der Polo VI ist wirklich einzigartig. Und während er noch in Nostalgie schwelgt, sitze ich in der Schanze vor einem Glas Alsterwasser und freue mich auf – Achtung – die Fahrt zum Flughafen. Denn dann darf ich noch mal selbst ans Steuer.

Text: Lara Meyer

Foto: VW

 

Überblick

Technische Daten
Motor 1.0 LiterTSI Dreizylinder
Leistung 70 kW/95 PS
Getriebe 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe DSG
L/B/H 4,05/1,75/1,46 Meer
Höchstge-schwindigkeit 187 km/h
Kofferraum 351 - 1.125 Liter
Max. Anhängelast 800 / 1000 kg
Max. Anhängelast (ungebremst) 55kg
Verbrauch
Tankinhalt 40 Liter
Verbrauch (getestet) 6,2 Liter
Verbrauch (lt. Hersteller) 4,7 Liter
CO2-Ausstoß 105 / 107 g/km
CO2-Ausstoß Euro 6
Preis
Preis Basismodell ab 12.975 Euro ( 65 PS Dreizylinder) €
Preis Testwagen 19.575 Euro €
Testbericht von:

Meyer, Lara

Im Team seit: 2017