Fiat 500 Mirror

Fiat 500 Mirror

Italiens Wonneproppen

Fiat hat mit seinem 500er eine unglaubliche Erfolgsstory geschrieben. 1957 verzauberte der smarte Asphaltfloh zum ersten Mal die Herzen nicht nur der Italiener. Heute ist der Nuova 500 ein weltweiter Bestseller mit bisher 3.900.000 Millionen verkauften mobilen Smarties. Wir konnten jetzt das Sondermodell Fiat 500 Mirror testen, mit 15 Zoll Felgen, Passion Rot Lackierung und weiteren Extras

übersichtliches Armaturenbrett, der Tacho ist zu überladen
für das Wochenendgepäck reicht der Kofferraum
das Signet des Sondermodells
die 69 PS reichen für den Nahverkehr

Design

Der italienische Wonneproppen ist einfach ein Herzensbrecher. "Ach ist der süß, den nehme ich sofort mit nach hause", so oder so ähnlich sind die Kommentare, die den 5ooer täglich begleiten Meist von Frauen sehnsuchts- und liebevoll ausgerufen.

Gerade mal 2,97 Meter lang war das erste Modell des "bella macchina". Aber schon damals, betörte der Kleine die Menschen nicht nur durch sein knuffiges Aussehen, sondern auch durch seine Fähigkeiten, den Alltag der Italiener zu erleichtern. Er passte in jede Hausnische, in jede Parklücke und in jede noch so enge Straße der italienischen Altstädte.

Geadelt wurde der Cinquecento als Filmstar im Film "Roma" von Frederico Fellini und Sophia Loren erklärte den Winzling zum "macchina piu sexy del mondo", also zum erotischsten Auto der Welt!

Alles schön und gut. Seinen Welterfolg aber erfuhr er dadurch, dass er, nach den Kriegswirren, ein bezahlbares, hübsches und praktisches Autochen für die Familie war.

Motor

Purismus war angesagt. Die erste Generation des %00er surrte mit 13 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h durch die Lande. Deutschland hatte er auch sofort erobert und viele teutonische Urlauber tuckerten mit Sack und Pack zu den Sehnsuchtsorten an den Gardasee oder nach Rimini. Dank seines robusten Zweizylinder schaffte die Knutschkugel selbst steile Alpenstiege klaglos.

Heute flitzt der Fiat 500 mit einer Motorleistung von 69 bis 105 PS und zig Modell - und Motorvarianten durch Stadt und Land. Der Verbrauch der Benziner liegt, laut Fiat, zwischen 4,9 - 4,3 Liter. Der 1,3 Liter Turbodiesel mit MultiJet-Direkteinspritzung verbraucht nur 3,4 Liter, sagt Fiat. Unser Testwagen mit dem 1,2 Liter Vierzylinder Benziner, das Sondermodell Mirror schluckte 6,2 Liter auf 100 Kilometer.

Elektronik

Da fehlt nix. Der Kleine hat alles an Bord, was heute an Sicherheit und Infotainment verlangt wird. Über den Monitor auf dem Armaturenbrett aktiviert man das Multimediasystem Uconnect auf dem fünf Zoll Bildschirm. Funktionen wie Navigation Smartphone (egal ob Apple oder Android) Musikspeicher oder digitales Radio lassen sich abrufen. Die Handyverbindung über Blootooth geht schnell, ist aber etwas umständlich zu starten. Etliche Assistenzsysteme wie: Berg-Anfahrhilfe (Hill Holder) Bremsassistent dazu sieben Airbags schützen die Passagiere.

Wie fährt er sich?

 

Der Cinquecento macht richtig Spaß. Mit ihm durch die Stadt oder am Wochenende zum Badesee zu düsen ist einfach ein Vergnügen. Natürlich kann man, so wie die Altvorderen, mit dem 500er Mirror heute noch nach Rimini fahren, dann sollte aber nur ein Schlafsack und ein Zelt im Kofferraum liegen. 185 Liter gehen da rein, ein Familienurlaub über Wochen ist da nicht drin.

69 PS bei einem Drehmoment von 102 Nm hatte unser Testwagen. Damit holt man nicht die Wurst vom Teller. Aber, wie gesagt, für die Stadt, plus nahem Umland, reicht das völlig. Schwachpunkt beim Wonneproppen ist die Klimaanlage. Die bringt nur Kühlung wenn sie auf volle Pulle aufgedreht ist. Dann aber besteht die Gefahr eines steifen Halses. Ab 110 km/h wird es laut im Innenraum (Spitze ist 160 km/h mit viel Anlauf) und die Windgeräusche arbeiten dann gegen den Musikgenuss.

Fazit

Der Fiat 500 ist ein liebenswertes und praktisches Auto. Ideal als Erstauto für den Fahranfänger geeignet und, für den, der es sich leisten kann, als Zweitauto für die täglichen Besorgungsfahrten. Technisch in jeder Beziehung absolut auf der Höhe der Zeit könnte man zu der Auffassung gelangen: mehr Auto braucht eigentlich kein Mensch. Vielleicht sollte man aber vorher noch mal das Buch - die Entdeckung der Langsamkeit - von Sten Nadolny lesen.

Text: H.G.Fischer

Foto: H.G.Fischer

Überblick

Technische Daten
Motor 4-Zylinder Benziner
Leistung 51 kW / 69 PS
Drehmoment 102 Nm
Getriebe 5-Gang Schaltgetriebe
L/B/H 3,57/1,62/1,48 Meter
Beschleunigung 12,9 Sek. 0 - 100 km/h
Höchstge-schwindigkeit 160 km/h
Kofferraum 185 Liter
Verbrauch
Tankinhalt 35 Liter
Verbrauch (getestet) 6,2 Liter
Verbrauch (lt. Hersteller) 4,9 Liter
CO2-Ausstoß 115 g/km
CO2-Ausstoß Effizenzklasse D
Preis
Preis Basismodell 13.990 Euro €
Preis Testwagen xx €
Testbericht von:

Hans-Georg, Fischer

Im Team seit: 2014